Escape Rooms sind nicht die günstigste Freizeitalternative. Ein Sparziergang im Park ist natürlich deutlich günstiger. Wenn man jedoch die Kosten für Parkerhaltung, Pacht der Fläche, Baumpflege etc. mitberechnen würde – die in der Regel von der Allgemeinheit über die Steuern getragen werden – sieht dies plötzlich ganz anders aus. Auch Theaterbesuche – die gerade bei staatlichen Theatern – häufig stark über Steuern subventioniert werden, sind meist ähnlich teuer oder sogar teurer.
Escape Rooms haben jedoch keine staatliche Förderung und müssen sich daher in der Privatwirtschaft eigenständig finanzieren. Daher ist es nicht unüblich, dass Escape Rooms meist für eine Gruppe deutlich über 100 Euro kosten.
Dafür bekommt man mit einem Escape Room auch ein ganz besonderes Erlebnis. Man bucht einen Escape Room immer exklusiv für sich und seine Gruppe. Es kommen keine Fremden hinzu. Zudem gibt es eine Person, die den Escape Room die ganze Zeit über betreut und mit Tipps und Hilfestellungen bereit steht. Gemessen an der Fläche, die ein Escape Room benötigt, ist dies ebenfalls viel. Ein Kinositz braucht kaum mehr als einen Quadratmeterfläche. Auch wenn man die Nebenflächen mitrechnet, hat man pro Person noch relativ wenig Fläche, die benötigt wird. Escape Rooms haben jedoch Flächen meist um die 30 bis 50 Quadratmeter für Gruppen von 2 bis 6 Spielenden. Ausnahmen wie Alien Contact mit einer Fläche von über 1000 Quadratmetern zeigen zudem, dass es hier auch noch deutliche Extreme gibt, die für einen das Spielerlebnis noch viel imposanter und aufwendiger machen.
Wenn am Preis für Escape Rooms weiter gespart wird, wird sich auch die Qualität merklich verschlechtern. Mittlerweile denken mehrere Anbieter von Escape Rooms offen darüber nach, die Betreuungskapazitäten zu reduzieren. Game Master sollen dann gleich drei, vier oder gar fünf Escape Rooms gleichzeitig betreuen. Auch Flächen werden verkleinert, um noch mehr Escape Rooms auf kleinerer Fläche unterzubringen. Kleine Escape Rooms müssen jedoch erst einmal kein Nachteil sein – wenn es zur Story passt. Eine große ungenutzte Fläche wirkt meist viel weniger spannend und immersiv als eine kleine gut aufgeteilte oder genutzte Fläche. Ein Escape-Room-Erlebnis gewinnt nicht durch seine Größe, sondern durch seine Struktur und die Geschichte, die in ihm erzählt wird.
Wenn man sich die Preisgestaltung von Escape Rooms näher anschaut, stellt man sehr schnell fest, dass der Preis kein Kriterium für Qualität ist. Es gibt sehr gute günstige und schlechte teure Escape Rooms. Manche Anbieter versuchen sogar damit zu werben, dass sie Premium-Escape-Rooms betreiben und dadurch einen höheren Preis zu rechtfertigen. Allerdings unterschieden sich die selbst ernannten Premium-Escape-Rooms leider gar nicht von gewöhnlichen Escape Rooms. Sie sind in der Regel nicht aufwändiger, haben keine bessere Story, keine bessere Geschichte und keine besseren Rätsel. Nur das Marketing ist dort meist imposanter und aufwändiger. Daher bezahlt man mit dem höheren Preis in der Regel nur die höheren Kosten für Werbung mit.
All dies sollte man bedenken, wenn man sich einen Escape Room aussucht. Aber wie bei vielem gilt: Nicht der Preis des Escape Rooms bestimmt den Spielspaß, sondern der persönliche Geschmack. Und eigentlich kommt es bei einem Gruppenerlebnis auf ein paar Euro mehr auch nicht an, wenn man einen spannenden, abwechslungsreichen Abend mit seinen Freunden, mit der Familie oder mit Arbeitskolleg:innen verbringen will.