Am Samstag, den 17.01.2026, haben wir in Lüdenscheid ein Krimidinner gespielt – und schon nach den ersten Minuten war klar, warum dieses Format seit Jahren so viele Menschen begeistert.
Zwischen Alkoholflaschen, falschen Lächeln und gut gehüteten Geheimnissen entstand eine Atmosphäre, die uns sofort in die Geschichte gezogen hat. Kein Zuschauer, keine Nebenrolle – jeder war Teil des Geschehens.
Organisiert wurde das Event von der Escape-Room-Kette Verschlusssache, die neben klassischen Escape Rooms auch regelmäßig solche Krimidinner-Abende anbietet. Für uns alle war es die erste Erfahrung mit einem Krimidinner in dieser Form – und es hat nicht lange gedauert, bis wir komplett in unseren Rollen aufgegangen sind.
Das Setting: Chicago in den 30er Jahren
Gespielt wurde das Szenario „Mord in Chicago“.
Die Geschichte führt ins Chicago der 1930er Jahre. Eine Zeit, in der Mafia Syndikate offen agieren, Korruption zum Alltag gehört und Recht und Ordnung eher Verhandlungssache sind.
Der Ausgangspunkt ist einfach, aber wirkungsvoll:
Eine Gruppe einflussreicher und nicht ganz unbescholtener Persönlichkeiten trifft sich zu einem Pokerturnier um hohe Summen.
Doch bevor die Runde vollständig ist, erscheint Police Inspector Abraham Johnson mit einer Nachricht, die den Abend sofort kippen lässt:
„Euer letzter Mann kommt nicht mehr. Machinegun Tommy wurde erdrosselt.“
Damit ist klar: Der Täter muss aus dem Kreis der Anwesenden stammen. Niemand darf gehen – und jeder ist plötzlich verdächtig.
Die Rollen: Unterschiedlich, klar gezeichnet, voller Reibung
Die Rollenliste war bewusst sehr vielfältig angelegt.
Vom Mafiaboss über die Geschäftsfrau bis zum Gottesdiener, vom Türsteher bis zur ehemaligen Tänzerin – jede Figur bringt ihre eigene Vergangenheit, ihre eigenen Motive und ihre eigenen Geheimnisse mit.
Einige der Rollen:
- Big Daddy Cross, einer der großen Schnapsbosse Chicagos
- Vince Vegas, Ausrichter des Pokerturniers
- Brooke Sterling, Besitzerin des größten Waffengeschäfts der Stadt
- Carlos Sanchez, berüchtigter Türsteher
- Samanta Cross, Tochter des Mafiabosses mit ganz anderen Lebensplänen
Ich selbst habe Li Peng Han gespielt – die junge Chinesin, die sich in die Pokerrunde eingekauft hatte und deren Geldherkunft niemand kannte.
Die Rolle war sehr vielseitig angelegt und bot viel Raum für taktisches Vorgehen, Gespräche und strategische Entscheidungen.
Gerade diese Freiheit macht den Reiz eines Krimidinners aus.
Atmosphäre und Spielgefühl
Was mir besonders gefallen hat, war die Balance aus Struktur und Freiheit.
- Das Regelwerk ist klar, aber nicht einschränkend
- Es gibt genug Raum für Improvisation
- Die Rollen greifen gut ineinander
- Schnell entstehen echte Konflikte und Nebenhandlungen
Eine der zentralen Regeln hat dabei besonders zur Spannung beigetragen:
Alle Spieler – mit Ausnahme des Mörders – mussten grundsätzlich die Wahrheit sagen.
Allerdings war es erlaubt, auszuweichen, vage zu antworten oder Dinge bewusst offen zu lassen.
Erst bei einer expliziten Nachfrage war eine klare, ehrliche Antwort Pflicht.
Nach kurzer Zeit spielte es keine große Rolle mehr, wer „Gewinner“ oder „Verlierer“ wird – der Reiz lag darin, die Geschichte gemeinsam zu entwickeln.
Man merkt sehr schnell, dass ein Krimidinner weniger ein Rätselspiel ist, sondern vielmehr ein interaktives Rollenspiel mit kriminalistischem Rahmen.
Fazit
Der Abend war für uns ein voller Erfolg.
„Mord in Chicago“ eignet sich hervorragend für größere Gruppen, die nicht nur knobeln, sondern auch Lust haben, sich auf ihre Rolle einzulassen, zu spielen, zu bluffen und zu improvisieren.
Ein großes Lob geht an Verschlusssache, die dieses Event organisiert haben. Wer Escape Rooms mag und einmal etwas anderes ausprobieren möchte, sollte ein Krimidinner definitiv auf seine Liste setzen.
Für mich war es sicher nicht das letzte Krimidinner – vor allem, wenn ich wieder eine so spannende Rolle wie Li Peng Han übernehmen darf.
Eure Stella